Sonic Seasoning powered by Marodi
24.02.2026.
12 min read
Wie Musik den Geschmack von Speisen verändert
Geschmack erleben wir selten isoliert. Er entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Sinneseindrücke – visuelle, olfaktorische, taktile und auditive. Genau diese Verbindung untersuchen wir in unserer neuen Zusammenarbeit mit RTL im Rahmen der Serie „Sonic Seasoning powered by Marodi: Wie Musik den Geschmack von Speisen beeinflusst.“
Die Ausgangsfrage war einfach: Kann Klang die Wahrnehmung desselben Bissens verändern?
Geschmack als multisensorisches Erlebnis
Aktuelle Erkenntnisse aus der Neurowissenschaft und der multisensorischen Wahrnehmungsforschung zeigen, dass das Gehirn die Sinne nicht getrennt verarbeitet. Informationen aus Sehen, Hören, Riechen und Schmecken werden zu einem ganzheitlichen Erlebnis zusammengeführt.
Im Kontext von Lebensmitteln bedeutet das, dass Umgebungsgeräusche, musikalisches Tempo oder bestimmte Frequenzbereiche die Wahrnehmung von Süße, Bitterkeit oder Intensität beeinflussen können. Höhere Töne werden häufig mit verstärkter Süße assoziiert, während tiefere Frequenzen Bitterkeit und Tiefe betonen.
Mit anderen Worten: Was wir hören, kann aktiv beeinflussen, was wir schmecken.

Das Experiment: Gleiche Suppe, unterschiedliche Klangkulisse
In der ersten Episode der Serie haben wir diese Theorie in einer realen Umgebung getestet – in der Küche, ohne Laborbedingungen.
Chef Ivan Vrbanec bereitete eine Tomatensuppe mit Marodi-Feinnudeln zu – ein Gericht, das jeder kennt und dessen Geschmack klar verankert ist. Gerade deshalb eignete sich Suppe ideal als Grundlage für das Experiment.
Die Teilnehmenden verkosteten dieselbe Suppe zunächst in Stille und anschließend mit zwei unterschiedlichen Klangatmosphären – einer mit höheren, sanfteren Tönen und einer mit tieferen, langsameren Frequenzen.
Das Ergebnis war eindeutig: Die Wahrnehmung veränderte sich. Süße, Intensität und Gesamtbalance wurden unterschiedlich beschrieben, obwohl die Rezeptur unverändert blieb.
Die Expertise hinter dem Phänomen
In der Serie sprechen Dr. Mia Suhanek vom Institut für Elektroakustik der FER, Consumer-Insights-Expertin Tatjana Rajković, RTL-Journalistin und Musikredakteurin Ida Hamer sowie Musiker und Produzent Bojan Jambrošić.
Ihre Perspektiven verbinden Wissenschaft, Konsumentenwahrnehmung und musikalische Praxis – und überprüfen die Theorie anhand eines konkreten kulinarischen Beispiels.
Warum das relevant ist
Dieses Thema geht über ein einzelnes Experiment hinaus. Es wirft die grundlegende Frage auf, wie wir Speisen in Restaurants, zu Hause oder bei Veranstaltungen wahrnehmen.
Wenn Klang die Geschmackswahrnehmung beeinflussen kann, wird das Ambiente zu einem integralen Bestandteil des gastronomischen Erlebnisses. Musik ist nicht mehr nur Hintergrund – sie kann ein gestaltendes Element der Gesamtwahrnehmung sein.
Für uns ist diese Zusammenarbeit eine konsequente Weiterentwicklung unseres Verständnisses von Lebensmitteln als Erlebnis – nicht nur als Produkt.
Probieren Sie es selbst aus
Das Experiment lässt sich problemlos zu Hause wiederholen.
Bereiten Sie ein einfaches Gericht zu, das Sie gut kennen. Kosten Sie es zunächst in Stille und anschließend mit zwei unterschiedlichen musikalischen Atmosphären. Achten Sie auf Intensität, Textur und Gesamteindruck.
Die Veränderung mag subtil sein – aber sie ist spürbar.
Wie das Experiment in der ersten Episode von „Sonic Seasoning powered by Marodi“ aussah, sehen Sie im Video.

